Stefan 241 Geschrieben 1. Dezember 2006 Geschrieben 1. Dezember 2006 (bearbeitet) Noch mal einen Vorschlag: Lassen wir doch mal hier im Bauforum eine Abstimmung zu dem Thema laufen. Da sind dann doch ein paar mehr Leute mit einem ganz anderen Hintergrundwissen zusammen.Mal sehen, vielleicht kommen wir über 1422 Stimmen, dann können wir dem ADAC gegenhalten, vor allen Dingen nach einer sachlichen Abwägung von unterschiedlichen Argumenten? bearbeitet 1. Dezember 2006 von Stefan Zitieren
Puquiano 0 Geschrieben 2. Dezember 2006 Geschrieben 2. Dezember 2006 (bearbeitet) Moin Stefan, das mit der Bildung ist so eine Sache für sich, ich weiß nicht ob du den Bildblog kennst, ich schau da täglich vorbei und es ist wirklich unglaublich was sich dieses Drecksblatt so alles erlaubt.Aber zurück zur Diskussion, klar zu DRG-Zeiten war die Eisenbahn das Transportmittel wie dein Beispiel zeigt, leider oder zum Glück war der LKW noch nicht konkurrenzfähig. Und dass der 2. Weltkrieg das Eisenbahnsystem in Deutschland um 20-30 Jahre zurückgeworfen hat ist sicherlich auch unstrittig, ebenso wie die ungleiche Förderung von Straßen- und Bahnverkehr danach. Aber wir leben ja im hier und jetzt und ich persönlich würde die Situation des Eisenbahngüterverkehrs nicht so schwarz sehen. Das Verhalten der Deutschen Bahn bezüglich ihrer alten Lokomotiven ist ja bereits durch die Presse und auch durch das Fernsehen gegangen, wenig lobenswert, ganz klar. Aber es gibt inzwischen eine Vielzahl neuer Eisenbahnverkehrsunternehmen die für Bewegung im Markt gesorgt haben und es wird erwartet, dass der Anteil der Eisenbahn an der Güterverkehrsleistung langsam steigt. Ich denke es ist für DB logistics gut sich gegen Konkurrenz behaupten zu müssen, dann fangen die mal zu arbeiten Ich selbst sehe die momentane Situation mit Mietpools wie Dispolok o.ä. durchaus positiv, es werden doch auch LKW für bestimmte Zeit gemietet, warum soll das nicht auch mit Lokomotiven machbar sein und so wie ich es gehört habe funktioniert das gut. Allerdings kann man auch das System Eisenbahn nicht von jetzt auf gleich mit hohen zusätzlichen Transportaufgaben belasten, irgendwo muss man die Züge in den Fahrplan einbauen, man muss Personal und Rollmaterial haben und einfach mal eine Ausweichstrecke nehmen ist auch nicht so einfach. Das hat sich vor Jahren beim extremen Rhein-Niedrigwasser gezeigt, die Binnenschiffe konnten nur noch eingeschränkt beladen werden und alle Welt wollte ihre Güter mit der Eisenbahn transportieren, leider gab es viel zu geringe Kapazitäten.Die von dir angesprochenen Postzüge gibt es tatsächlich noch oder wieder, wie man es sehen will, nur heißen sie inzwischen neudeutsch Parcel InterCity Klick Hier kommt der Vorteil der Bahn klar zum tragen, z.B. von Stuttgart aus über Würzburg über die Neubaustrecken bis nach Hamburg mit bis zu 160 km/h im Nachtsprung, das schafft kein LKW in der Zeit. Allerdings muss man dann auch den Ablauf optimieren aber das ist sicherlich ein Beispiel wie es funktionieren kann.Ich bin auch wie du etwas voreingenommen in Bezug auf die Eisenbahn (Märklin usw.) aber ich sehe auch klar die Nachteile, wenn teilweise 48 h vergehen bis ein Güterwagen verfügbar ist kann man sich denken welches Verkehrsmittel den Transport durchführen darf. Zum Schluss will ich aber die Kurve zum den bösen LKWs noch kriegen, ich persönlich meine, dass man in Anbetracht der Zahlen nicht um die 60-Tonnen-LKW herumkommt, ich würde mich für folgendes einsetzen:- besonders geschulte Fahrer- vorgeschriebene Fahrtrouten, die nicht verlassen werden dürfen- besondere technische Ausrüstung und Anforderungen (Abstandsradar und höhere Mindestprofiltiefe, ...)- besondere Kennzeichnung am Heck um Autofahrer auf die Länge hinzuweisen- ich selbst bin für die acht achsige Variante um die Achslasten zu reduzieren- weitere Vorschläge?Zu deinen Erfahrungen mit LKW-Fahrern, da kann sicherlich jeder von berichten, ich kann mich da nur wiederholen, mehr Verständnis auf beiden Seiten würde meiner Meinung nach allen helfen.Schönes WochenendeEdit:Jo, bei der Abstimmung bin ich natürlich dabei, versteht sich von selbst bearbeitet 2. Dezember 2006 von Puquiano Zitieren
handreas 5 Geschrieben 2. Dezember 2006 Geschrieben 2. Dezember 2006 (bearbeitet) Hallo.... es ist wirklich unangenehm, wenn man einem Thema nicht die Zeit widmen kann, die es verdient... Zwei Dinge möchte ich dennoch schnell ansprechen: Erstens.... es war die Rede davon, daß der 60-Tonner "natürlich" genausogut bremsen können muß wie der "normale" 40-Tonner... leider ist da aber die 1,5fache kinetische Energie unterwegs, was bei gleicher Bremsverzögerung zu einer 50% höheren Schubbeanspruchung der Fahrbahn führt. Bin kein Straßenbau-Experte - vielleicht nimmt sich mal ein Fachmann aus diesem Gebiet dieses Themas an! Ich stelle nur fest: durch die absolut blödsinnige Anhebung der Achslasten in den letzten Jahren sind die deutschen Autobahnen inzwischen in einem haarsträubenden Zustand!!!! Hatte letztens mal wieder das Vergnügen, mit einem normal ausgelasteten Pkw-Transport-Anhänger auf der A3 ins Schleudern zu geraten.... Klar, die Begründung war durchaus nachvollziehbar... die EU "mußte" mal wieder für "gleiche Verhältnisse" sorgen... wie sie es schon oft getan hat: Angleichung gerne, und immer auf dem besch..... möglichen Niveau... Steuern zwecks Angleichung rauf, Achslasten zwecks Angleichung rauf, Sozialleistungen zwecks Angleichung runter.... Und bevor jetzt jemand meint, mit dem 60-Tonner-Schwachsinn würden die Achslasten ja wieder geringer... nochmals mein Appell an die Straßenbau-Experten, sich hier zu beteiligen.... So, Punkt 2: gebetsmühlenartig wird von der Politik, aber auch hier das Argument der "wachsenden Transportmengen" ins Feld geführt. Hat das wirklich mal jemand hinterfragt????? Zuckerrüben aus Südamerika, Kohle aus Kanada... einige Global-Asis versuchen die Welt in Produktions-Standorte aufzuteilen. Alles nur noch daher, wo es im Moment am günstigsten ist - heute von hier, morgen von dort. In Norddeutschland ißt man Joghurt von Südmilch, im deutschen Süden hats Milchprodukte aus Niedersachsen.... das Beispiel mit dem Krabbenpulen brachte Stefan ja schon.... lebendige Schweine werden nach Italien gekarrt und der Rest, der diese Tortur überlebt hat, wieder zurück nach Deutschland.... im westlichsten Zipfel Deutschlands, in der Eifel, werden Stahlprofile genauestens zugeschnitten, auf den LKW geworfen und NUR ZUM ZUSAMMENSCHWEISSEN nach Polen gekarrt, die fertigen sperrigen Gießereiofen-Gestelle mit 5mal soviel Lkws wieder zurück in die Eifel... all dieser Schwachsinn ließe sich durch angemessen hohe Transportkosten eliminieren! So, zum (vorläufigen) Schluß noch ein wichtiger Satz... wann immer man sich angesichts galoppierender Idiotie die Haare rauft, weil man den Sinn nicht sieht, stelle man sich folgende Frage: wer VERDIENT daran? An jedem Schwachsinn macht sich immer ein Einzelner auf Kosten der Allgemeinheit die Taschen dick!!!! Schöne GrüßeAndreasP.S. ....und wer bitte hat behauptet, ICH wolle im Winter Erdbeeren essen????????? bearbeitet 2. Dezember 2006 von handreas Zitieren
ScaniaR620 0 Geschrieben 2. Dezember 2006 Geschrieben 2. Dezember 2006 P.S. ....und wer bitte hat behauptet, ICH wolle im Winter Erdbeeren essen?????????Gut wenn Du auch keine willst. Deutschland hat 80 Mio Einwohner. Andere wollen..........Zur Bahn kann ich nur soviel sagen: Viele Speditionen gehören der Bahn, bzw. sie ist daran beteiligt.z.B. Transa Spedition, Schenker usw. Also ist der Bahn sehr viel daran gelegen, den LKW Verkehr zu fördern. Sie verdient daran!!!! Zitieren
Lothar Unfried 1 Geschrieben 2. Dezember 2006 Geschrieben 2. Dezember 2006 Da zeigt sich mal wieder, dass man das Bauforum sofort erfinden müsste wenn es nicht schon bestehen würde.Aus einer kurzen Frage ( 60 Tonner) entwickelt sich eine ausgesprochen interessante Diskussion, die jedem Expertenkreis zur Ehre gereichen würde.Und meiner Meinung nach wird aus all diesen Beiträgen ein Knackpunkt deutlich:Seit über 40 Jahren gibt es in Deutschland keine Verkehrspolitik mehr.Wohl Verkehrsminister, die diesen Namen nicht verdienen und vor sich hin wursteln, aber eben keine zukunftsorientierte Verkehrspolitik mit klarem Konzept ! Eine Verkehrspolitik für die Zukunft, die hätte man schon vor Jahren klar definieren müssen.Bahn (zuerst),Binnenschiff,Lkws ,Verteilerzentren usw.Und dann hätte man daraus eine klare konzeptionelle PLanung erstellen müssen.Welcher Verkehrsträger für welche Entfernung, für welchen Zweck, zu welchen Kosten.Was muss der Staat investieren, wie muss sich die private Wirtschaft in dieses Konzept eingliedern.Die Wiedervereinigung hätte die grosse Chance geboten, um in der Ex-DDR ein neues mehrschichtiges Pool-System der verschiedensten Verkehrsträger auszuprobieren.Was hat man gemacht? Autobahnen gebaut wie die Irren, die DDR-Reichsbahn zerschlagen und die DDR-Loks benutzt, um uralte westdeutsche Loks der Bundesbahn zu ersetzen ( was sich bestens bewährt hat,denn die Ost-Technik im Bahnbetrieb war Spitze!)..............kurzum:man hat die westdeutschen Transportprobleme bestens auch in den Osten exportiert.Mautgebühren usw...........das ist doch keine langfristige Verkehrspolitik.Zweispurige Autobahnen auszubauen.....dreispurig......vierspurig......x-spurig,das ändert nichts bei Zuwächsen von 20 oder 25 Prozent innerhalb weniger Jahre.Es nutzt auch nichts wenn man sich hier nervt über "Elefantenrennen " von Lkw - Fahrern.Ich bin kein Lkw-Fahrer, aber ich lebe als Süddeutscher in Belgien.Und hier und in den Niederlanden sitzen die grossen Transportunternehmen, die sich einen gnadenlosen Preiskampf liefern.Der Lkw-Fahrerer ist das letzte arme Schwein einer Verkehrspolitik, die voll gegen die Wand fährt.Dank Handy steht er 24 Stunden am Tag unter Vollüberwachung.Muss jede Pinkelpause rechtfertigen.Und sein Chef pfeift darauf ob er im Stau steht."Time is money".........aber nicht für ihn,denn wenn er aufmuckt, dann kommt ein Pole, der den Job für's halbe Geld macht.Was muss noch passieren,um in Europa endlich eine Verkehrs-und Umweltpolitik zu beginnen (!!!.....denn wir haben keine) , die diesen Namen echt verdient??????????? Zitieren
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